Schaffer

(früher Büchsenherrn und Rechenmänner)

Die Ämter der Bier- und Weinschaffer sind aus den früheren Ämtern der Büchsenherrn und Rechenmänner in der St. Katharinengilde entstanden. Sie waren für das Sammeln der Gildeeinnahmen in der „Gildebüchse“ und das Führen der Rechnungsbücher der Gilde zuständig. Büchsenherrn und Rechenmänner gab es bereits im Jahr 1583.

Nach der Zusammenführung von St. Katharinengilde und St. Johannisgilde im Jahr 1698 wurden die Rechenmänner zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Schaffer umbenannt. 1763 schaffte der Vorstand die „Gilde-Jungfern“ als Bedienung auf den Gildeversammlungen ab, und an ihre Stelle traten die Schaffer. Sie waren bis ins 19. Jahrhundert hinein aber weiterhin auch für das Sammeln der „Quartalsgelder“ (Mitgliedsbeiträge) zuständig. Noch in der Beliebung von 1828 sind die Schaffer neben der Bedienung des Vorstands und der Gildebrüder auch für die Rechnungslegung verantwortlich. Die alte Funktion als „Kassierer“ des Vorstands üben die Schaffer heute noch beim Einsammeln der Tombola-Preise für den Fasslabend-Ball, auf den Gildeversammlungen, wenn die Weinschaffer mit den Armenbüchsen Spenden sammeln, und auf dem Gildefest aus, wenn die Bierschaffer gegen Entgelt Korn ausschenken.

Die Schaffer, kenntlich durch Kränzchen am Hut, werden von der Mittwochsversammlung nach dem Gildefest auf zwei Jahre „zur Aufwartung der Gilde“ gewählt. Im ersten Jahr sind sie als Bierschaffer für die Bewirtung der Gildebrüder und Gildeschwestern mit Bier und Korn und im zweiten Jahr als Weinschaffer für die Bedienung des Vorstands -sie beschaffen den Wein für die Verhandlungen des Ältermanns und schenken den Witwenwein am Dienstagabend nach dem Königsschuss aus- zuständig. Der jährliche Aufstieg ist bereits bei den Büchsenherrn und Rechen-männern, also über 430 Jahre belegt.

Die Zahl der Bierschaffer wurde 1954 von zwei auf drei erhöht, die der Weinschaffer im darauffolgenden Jahr entsprechend ebenfalls auf drei. Bis Anfang der 1950er Jahre hießen die Weinschaffer wegen der Bedienung des Vorstands -also bei der Lade- Ladeschaffer.

Die Vorschläge für die Wahl der drei neuen Bierschaffer werden vom engeren Vorstand gemacht und müssen das Mitgliedsalter berücksichtigen. Dabei trifft der engere Vorstand die Auswahl so, dass der Ältermannnachwuchs gesichert ist.

Zu den weiteren Aufgaben der Schaffer gehört auch das Ausschmücken des Gildelokals für das Gildefest im Juni. Eine besondere Aufgabe der Bierschaffer ist ferner das Einholen des Gildevogels am Sonntagnachmittag vom Vogelbauer zum Schützenplatz. Die Weinschaffer sind am Gildemontag morgens für den Ständchendienst zuständig.

Im Anschluss an die beiden Schafferjahre sind die abgehenden Weinschaffer seit 1984 im Gildeumzug für das Tragen und die Begleitung der Stadtfahne verantwortlich.

Schaffer seit 1583