Erste Vogelschau in der Tischlerei von Tischlermeister Stefan Schoedel am 24. Mai 2016

Am letzten Sonntag fand im Schützenhof die große Mitgliederversammlung der Oldenburger St. Johannis Toten- und Schützengilde, die sogenannte Pfingstversammlung, statt.

Die alles entscheidende Frage des Ersten Ältermannes auf dieser Versammlung, ob denn auch in diesem Jahr wieder Gilde gefeiert werden solle, beantworteten die zahlreich erschienenen Gildebrüder mit einem erwartungsvollen und  einstimmigen „Ja, wir wollen Gilde feiern!“

Leicht gesagt und leicht beschlossen! Gefeiert werden kann das Gildefestes in Oldenburg aber nur, wenn wir bis dahin wieder einen Gildevogel  präsentieren können. Denn ohne den großen Vogel, der gewiss mehr als drei Zentner wiegt, läuft beim Gildefest nämlich rein gar nichts:

ohne Vogel kein Schießen, ohne Schießen kein König und ohne König befindet sich die Gilde in einem luftleeren Raum!

Als Verantwortlicher hat der 2. Ältermann also dementsprechend, mit großem Einsatz von Herrn Samkow von den Kommunalen Diensten Oldenburg, drei ordentliche Brocken Holz besorgt und diese gegen Ende des Winters zu unserem Gildebruder und Tischlermeister Stefan Schödel transportieren lassen.

Tischlermeister Schödel schafft es dann wieder, wie seit sieben Jahren zu jedem Gildefest,aus drei ganz banalen, aber aus drei sehr gewaltigen Teilstücken eines sehr massiven Pappelbaumstammes, den Gildevogel, so wie die Ältermänner und der Gildeschreiber ihn heute schon einmal im Rohbau begutachten konnten, zu formen.

Der 2. Ältermann gab zu, dass er schon einmal vor etwa 2 Wochen hier in der Tischlerei neugierig, mit einer gewissen Nervosität, um die Ecke geschult habe. Die verständliche Sorge eines 2. Ältermannes, des Scheetöllst der St. Johannis Gilde:

Wird der Vogel  rechtzeitig zum Gildefest fertig sein?

Und da kommt dann schon ein wenig Unruhe auf, wenn man sieht, dass das Pappelholz, vom Meister völlig unberührt, noch in der Ecke liegt! Um so größer waren heute dann Hochachtung und  Respekt der Ältermänner, als sie heute sehen konnten, mit welcher Ruhe und handwerklicher Professionalität Gildebruder Stefan Schödel ans Werk geht.

Darum haben die Ältermänner,  dreieinhalb Wochen bevor der fertige Gildevogel zur Gilde im neuen Vogelkasten in Stellung geht, nunmehr sehr beruhigt, bei dieser ersten Vogelschau das Werk schon einmal loben können:

„Lieber Gildebruder Schödel, herzlichen Dank! Du bist als unser Vogelbauer in unserer Gilde unser zuverlässiger und unentbehrlicher Meister,“

so die Ältermänner und, weil Gildebruder Klaus Kasper bei dieser ersten Vogelbegutachtung auch  eingeladen war, ergänzten sie gern:

„Ein herzlicher Dank geht auch an dich,  lieber  Klaus, dafür, dass du  anlässlich deines 70. Geburtstages – den du, wie du es auf der Pfingstversammlung bekanntgegeben hast, während des Gildefestes feiern wirst – es in Großzügigkeit übernommen hast, den Meister in diesem Jahr für seine Arbeit zu entlohnen.“

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Erkenntnis am Ende der Vogelbeschau:

was den Gildevogel angeht, steht einem fröhlichen Gildefest nichts mehr im Weg!